Mangelberufe in Deutschland

Handwerker wie Klempner, Sanitärinstallateure, Heizungs- und Klimatechniker sind die begehrtesten Bewerber in Deutschland

In kaum einer anderen Branche dauert es derzeit so lange, freie Stellen zu besetzen, wie es in der neuen Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit zu Fachkräften hervorgeht. Abgesehen vom Lehrlings- und Azubimangel fehlen auch Anwärter mit abgeschlossener Berufsausbildung: Bei Klempnern, Sanitär, Heizung und Klima haben im Schnitt 46 Arbeitslose die Wahl unter 100 freien Stellen. In der Altenpflege ist dieses Verhältnis noch ungünstiger für die Arbeitgeber: 27 zu 100. Demnach sind fast zwei Drittel aller freien Stellen in diesen Gewerken länger als drei Monate unbesetzt, und die durchschnittliche Vakanzzeit beträgt mittlerweile 200 Tage. An zweiter Stelle folgt die Altenpflege mit 199 Tagen Vakanzzeit.

Insgesamt dokumentiert die Bundesagentur 30 Berufsgruppen, in denen besonders viele Fachkräfte fehlen und mehr als 472 000 freie Stellen waren Ende Juli nur in diesen Branchen gemeldet. In absoluten Zahlen gab es mit 63 000 offenen Stellen den größten Mangel bei den fertigungstechnischen Berufen, dazu zählen unter anderem Industriemechaniker und Feinwerkmechaniker. An zweiter Stelle folgten die Gesundheitsberufe mit 61 000 Stellenangeboten.
Wir erstellen derzeit umfassende Infos und werden dies bis morgen hier veröffentlichen.

WAS SIND MANGELBERUFE AUF DER POSITIVLISTE / WHITELIST ?
Auf dieser Liste werden alle Engpassberufe / Mangelberufe für den Fachkräftemangel in Deutschland aufgelistet. Diese Liste wird vom BMAS & der Bundesagentur für Arbeit auf Grundlage der erfassten Statistik erstellt. Ziel ist es, Ausbildung und Weiterbildung von inländischen Arbeitskräften richtig zu fördern und die Anwerbung von internationalen ausländischen Fachkräften zu regeln. So erhalten Akademiker und MINT Fachkräfte bereits seit 2012 über die Blue Card EU den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Mehr dazu finden Sie auf der Liste – Mangelberufe für Fachkräfte / Akademiker.

Auch für Nicht-EU Arbeitnehmer mit einer abgeschlossenen Facharbeiter Qualifikation, beschloss die Bundesregierung bereits 2013 die Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes. Das heißt, dass weltweit alle qualifizierten Facharbeiter mit einer anerkannten abgeschlossenen Ausbildung und Erfüllung der jeweiligen gesetzlichen Voraussetzungen, in einem der aufgeführten Mangelberufe in Deutschland arbeiten können. Geregelt wird dies für Facharbeitern über die Beschäftigungsverordnung mit der Engpassanalyse und der – Liste der Mangelberufe für Facharbeiter.

Hier finden Sie aktuelles zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Deutschland.

WIE ENSTEHEN MANGELSITUATIONEN?

Nicht jede offene Stelle signalisiert gleich einen Fachkräftemangel. Allerdings sind offene Stellen eben auch ein Kennzeichen für einen funktionierenden Arbeitsmarkt. Und neben dem ausscheiden von Mitarbeiter aufgrund von Renteneintritt, lassen im Zuge der Digitalisierung neue Projekte darüberhinaus zusätzlichen Bedarf an Arbeitskräften entstehen. Von einer Mangelsituation spricht man aber erst, wenn die Besetzung nicht oder nur mit erheblicher Verzögerung erfolgen kann. Also wenn Angebot und Nachfrage schlecht zusammenkommen und somit ein Engpass an Arbeitskräften bzw. Bewerbern eintritt.  In der Enpassanalyse werden nur Sozialversicherungspflichtige Stellen berücksichtigt. Hierzu zählen keine Nebenjobs bzw. Minijobs, da diese für die Zuwanderung von ausländischen Fachkräften nicht in Frage kommen.

Ein aktuelles Beispiel von Fachkräftemangel:
In den meisten Engpassberufen im Gesundheits- sowie im Pflegebereich kam es in den letzten Jahren zu einem deutlichen Anstieg der Vakanzzeit. So sind die gemeldeten Stellen für examinierte Altenpflegefachkräfte im Bundesdurchschnitt 171 Tage vakant – unbesetzt. Das sind 67 Prozent mehr als die durchschnittliche Vakanzzeit aller weiteren Berufe. So kommen auf 100 gemeldete Stellen rechnerisch lediglich 29 Arbeitslose. In absoluten Zahlen ausgedrückt, kamen damit – ohne Berücksichtigung der Stellen der Zeitarbeit – auf 10.800 Stellen nur 3.100 Arbeitslose.

Die Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit zeigt in Abgleich der gemeldeten – mit dem besetzten von Stellen – auch die Vakanzzeiten, und somit in welchen Berufen es aktuell Besetzungsschwierigkeiten gibt.

Es zeigt sich im Ergebnis der Analyse der Bundesagentur für Arbeit, dass vor allem ein Fachkräftemangel in allen MINT sowie einzelnen technischen Berufsfeldern, Bauberufen sowie in Gesundheits,- und Pflegeberufen herrscht. Im letzten Jahr kamen weitere Berufe hinzu. Neben den bereits bestehenden Mangelberufen, wurden weiter aus der Baubranche, der Ver,- und Entsorgung sowie der Softwareentwicklung und Steuerberatung hinzugefügt.

URSACHEN DES MANGELS

Häufig ist zu hören oder zu lesen, dass qualifizierte Fachkräfte gesucht werden und Deutschland auf einen Fachkräftemangel zusteuert. Die Ursachen für diese Besetzungsprobleme in Deutschland sind allerdings vielfältig. Natürlich stellt der Demografischer Wandel und dem daraus entstehende Fachkräftemangel eine der Hauptgründe dar. Doch neben dem demografische Wandel und der in den letzten Jahren kontinuierlich steigende Erwerbstätigkeit, verstärken auch voranschreitende Digitalisierung, Robotik und E-Mobilität die Nachfrage nach Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland. Weitere Ursachen wie Landflucht oder Anspruch und Realität haben wir unter weitere Ursachen des Mangels etwas ausführlicher aufgeführt.

Die Informationen auf Mangelberufe.de wurden auf Grundlagen des Informationsaustausch in Zusammenarbeit mit dem BMAS und der Bundesagentur für Arbeit – Arbeitsagentur.de erstellt.