Mangelberufe in Deutschland

Aktuell – Fachkräfteeinwanderungsgesetz !!!

Lange wurde darüber diskutiert, jetzt hat der Bundestag das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz beschlossen. Das Gesetz soll voraussichtlich zum 01.01.2020 in Kraft treten und vor allem qualifizierten Arbeitnehmern aus Nicht-EU-Staaten den Weg nach Deutschland ermöglichen.

Das Gesetz kann somit helfen, den Fachkräftemangel in Deutschland zu entschärfen, welcher durch die Demografische Entwicklung und Digitalisierung in teilen vorhanden ist oder kommen wird. Vor diesem Hintergrund hat die Koalitionsmehrheit von CDU/CSU und SPD am 07.06.2019 das lange umstrittene Fachkräfteeinwanderungsgesetz beschlossen.

Keine Vorrangprüfung und Positivliste mehr!

Das neue Gesetz senkt die Hürden für beruflich qualifizierte Fachkräfte und gleicht diese weitgehend an die bisher schon offeneren Zugangswege für Akademiker (Blue Card) an. So wird die sogenannte Vorrangprüfung ausgesetzt. Denn bisher musste im Einzelfall geklärt werden, ob für die fragliche Arbeit nicht doch ein Inländer zu finden sei. Ausnahmen für Nicht Akademiker galten bisher nur für eine Liste von Mangelberufen. Nun ist es möglich, dass eine ausländische Fachkräfte mit einem anerkannten Berufsabschluss und Deutschkenntnissen in Deutschland arbeiten und leben kann. Diese Grundvoraussetzungen schließen somit eine unkontrollierte Zuwanderung bzw. einen Sozialtransfer aus.

In der Gesetzgebung wurde nun eine Einschränkung für ältere Fachkräfte zum eigentlichen Regierungsentwurf ergänzt. Demnach gilt, wer älter als 45 Jahre ist, muss mit dem Arbeitsvertrag nicht nur einen Lohn in üblicher Höhe bekommen – es müssen monatlich mindestens 3685 Euro brutto sein. Dies soll verhindern, dass ausländische Fachkräfte am Ende wegen zu kurzer Renten-Beitragszeiten in die Altersgrundsicherung rutschen.

Für die einen realistisch – die anderen ein zu kurzer Sprung

Die Regierung erwartet, dass nun im Ergebnis jährlich etwa 25.000 zusätzliche Fachkräfte einen Einwanderungsantrag stellen. Zuletzt waren jährlich rund 25.000 hochqualifizierte Einwanderer mit Hilfe der sogenannten Blue Card nach Deutschland gekommen. Über alle Qualifikationsniveaus und Beschäftigungsbereiche hinweg waren es jeweils rund 60.000. Um die Ziele zu erreichen, kommt es nun zum einen darauf an, dass die Auslandsbüros der deutschen Wirtschaft das Anwerben qualifizierter Arbeitskräfte und die Prüfung ihrer Qualifikationen erleichtern und somit unterstützen. Die Länder sind dazu aufgerufen, durch Einrichtung zentraler Behördenstrukturen einen straffen und transparenten Ablauf der Antragsverfahren zu ermöglichen.

Wirtschaftsvertreter bewerten die Reform im Grundton positiv, kritisierten jedoch die Hürden als zu hoch, so dass nicht von einer großen Anzahl von Zuwanderern auszugehen ist. Die Wirtschaft benötigt, laut eigener Auskunft, ca. 240.000 bis 400.000 qualifizierte Zuwanderer pro Jahr.

Anmerkung dieser Seite:

Wir von Mangelberufe.de unterstützen grundsätzlich das Fachkräfteeinwanderungsgesetz und loben hier auch einmal die GroKo für die tatsächliche Umsetzung. Nicht zuletzt wurde über 40 Jahre lang geredet und abgesehen von der Blue Card der EU, letztlich bis dato nichts umgesetzt. Auch wenn so manche Hürde als zu hoch erachtet werden kann, so ist dies ein bedeutender Schritt in die richtige Richtung. Ein umfassender Kommentar unsererseits und die zukünftige Ausrichtung dieser Seite, gibt es nach Durchsicht der Gesetzgebung und Machbarkeit der Umsetzung. Zu dem veröffentlichen wir ein ausführliches Interview mit Christian Wisniewski von Blue-Card-Jobs.com & jobsingermany.net betreffend des aktuellen Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Dieser hatte das Gesetz seit 2013 beratend begleitet, und die Portale sind mit die einzigen, welche im Ausland die Anwerbung von qualifizierten Fachkräften, ohne jegliche staatliche & wirtschaftliche Unterstützung, für Deutschland betreibt.

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WAS SIND MANGELBERUFE AUF DER POSITIVLISTE / WHITELIST ?
Auf dieser Liste werden alle Engpassberufe / Mangelberufe für den Fachkräftemangel in Deutschland aufgelistet. Diese Liste wird vom BMAS & der Bundesagentur für Arbeit auf Grundlage der erfassten Statistik erstellt. Ziel ist es, Ausbildung und Weiterbildung von inländischen Arbeitskräften richtig zu fördern und die Anwerbung von internationalen ausländischen Fachkräften zu regeln. So erhalten Akademiker und MINT Fachkräfte bereits seit 2012 über die Blue Card EU den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Mehr dazu finden Sie auf der Liste – Mangelberufe für Fachkräfte / Akademiker.

Auch für Nicht-EU Arbeitnehmer mit einer abgeschlossenen Facharbeiter Qualifikation, beschloss die Bundesregierung bereits 2013 die Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes. Das heißt, dass weltweit alle qualifizierten Facharbeiter mit einer anerkannten abgeschlossenen Ausbildung und Erfüllung der jeweiligen gesetzlichen Voraussetzungen, in einem der aufgeführten Mangelberufe in Deutschland arbeiten können. Geregelt wird dies für Facharbeitern über die Beschäftigungsverordnung mit der Engpassanalyse und der – Liste der Mangelberufe für Facharbeiter.

WIE ENSTEHEN MANGELSITUATIONEN?

Nicht jede offene Stelle signalisiert gleich einen Fachkräftemangel. Allerdings sind offene Stellen eben auch ein Kennzeichen für einen funktionierenden Arbeitsmarkt. Und neben dem ausscheiden von Mitarbeiter aufgrund von Renteneintritt, lassen im Zuge der Digitalisierung neue Projekte darüberhinaus zusätzlichen Bedarf an Arbeitskräften entstehen. Von einer Mangelsituation spricht man aber erst, wenn die Besetzung nicht oder nur mit erheblicher Verzögerung erfolgen kann. Also wenn Angebot und Nachfrage schlecht zusammenkommen und somit ein Engpass an Arbeitskräften bzw. Bewerbern eintritt.  In der Enpassanalyse werden nur Sozialversicherungspflichtige Stellen berücksichtigt. Hierzu zählen keine Nebenjobs bzw. Minijobs, da diese für die Zuwanderung von ausländischen Fachkräften nicht in Frage kommen.

Ein aktuelles Beispiel von Fachkräftemangel:
In den meisten Engpassberufen im Gesundheits- sowie im Pflegebereich kam es in den letzten Jahren zu einem deutlichen Anstieg der Vakanzzeit. So sind die gemeldeten Stellen für examinierte Altenpflegefachkräfte im Bundesdurchschnitt 171 Tage vakant – unbesetzt. Das sind 67 Prozent mehr als die durchschnittliche Vakanzzeit aller weiteren Berufe. So kommen auf 100 gemeldete Stellen rechnerisch lediglich 29 Arbeitslose. In absoluten Zahlen ausgedrückt, kamen damit – ohne Berücksichtigung der Stellen der Zeitarbeit – auf 10.800 Stellen nur 3.100 Arbeitslose.

Die Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit zeigt in Abgleich der gemeldeten – mit dem besetzten von Stellen – auch die Vakanzzeiten, und somit in welchen Berufen es aktuell Besetzungsschwierigkeiten gibt.

Es zeigt sich im Ergebnis der Analyse der Bundesagentur für Arbeit, dass vor allem ein Fachkräftemangel in allen MINT sowie einzelnen technischen Berufsfeldern, Bauberufen sowie in Gesundheits,- und Pflegeberufen herrscht. Im letzten Jahr kamen weitere Berufe hinzu. Neben den bereits bestehenden Mangelberufen, wurden weiter aus der Baubranche, der Ver,- und Entsorgung sowie der Softwareentwicklung und Steuerberatung hinzugefügt.

URSACHEN DES MANGELS

Häufig ist zu hören oder zu lesen, dass qualifizierte Fachkräfte gesucht werden und Deutschland auf einen Fachkräftemangel zusteuert. Die Ursachen für diese Besetzungsprobleme in Deutschland sind allerdings vielfältig. Natürlich stellt der Demografischer Wandel und dem daraus entstehende Fachkräftemangel eine der Hauptgründe dar. Doch neben dem demografische Wandel und der in den letzten Jahren kontinuierlich steigende Erwerbstätigkeit, verstärken auch voranschreitende Digitalisierung, Robotik und E-Mobilität die Nachfrage nach Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland. Weitere Ursachen wie Landflucht oder Anspruch und Realität haben wir unter weitere Ursachen des Mangels etwas ausführlicher aufgeführt.

Die Informationen auf Mangelberufe.de wurden auf Grundlagen des Informationsaustausch in Zusammenarbeit mit dem BMAS und der Bundesagentur für Arbeit – Arbeitsagentur.de erstellt.