Mangelberufe in Deutschland

WAS SIND MANGELBERUFE AUF DER POSITIVLISTE / WHITELIST ?
Auf dieser Liste werden alle Engpassberufe / Mangelberufe für den Fachkräftemangel Deutschland aufgelistet. Diese Liste wird vom BMAS & der Bundesagentur für Arbeit auf Grundlage der erfassten Statistik erstellt. Ziel ist es, die Anwerbung zu fördern und die Zuwanderung von internationalen Fachkräften zu regeln. Akademiker-MINT Fachkräfte erhalten den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt seit 2012 über die Blue Card EU. Mehr dazu finden Sie auf der Liste – Mangelberufe für Fachkräfte / Akademiker.

Die Bundesregierung in Deutschland beschloss 2013 auch die Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Nicht-EU Arbeitnehmer mit beruflicher Facharbeiter-Qualifikation. Das heißt, dass weltweit alle Facharbeiter mit einer abgeschlossenen Ausbildung und Akademiker bei entsprechender Qualifikation der Mangelberufe in Deutschland arbeiten können. Geregelt wird dies bei Facharbeitern über die Beschäftigungsverordnung mit der Engpassanalyse und der – Liste der Mangelberufe für Facharbeiter.

ACHTUNG – Einwanderungsgesetz kommt ab 2020!
Der Zuzug von qualifizierten Arbeitskräften die in Deutschland Arbeiten und Leben möchten, wird ab 2020 mit zwei Gesetzesentwürfen – Fachkräfteeinwanderung und der Beschäftigungsduldung – gesetzlich geregelt.

Zu den entscheidenen Neuerungen ab 2020 gehören:
– Der Verzicht auf eine Vorrangprüfung bei anerkannter Qualifikation und Arbeitsvertrag.
– Der Wegfall der Begrenzung auf Mangelberufe bei qualifizierter Berufsausbildung.
– Die Möglichkeit für Fachkräfte mit anerkannter qualifizierter Berufsausbildung für 6 Monate zur Arbeitsplatzsuche nach Deutschland zu kommen.

Neben der Fortbildung und Eingliederung von Langzeitarbeitslosen braucht es für die Zukunft Deuschlands Fachkräfte um nicht nur Digitalisierung, Robotik und E-Mobilität zu bewältigen, sondern ebenso das Handwerk, den Medizinischen,- und Pflegebereich zu gewährleisten. Dazu sind im Rahmen des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes neue Perspektiven für Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern geschaffen worden.

Der demografische Wandel, die hohe Einstellungsbereitschaft der Unternehmen und die in den letzten Jahren kontinuierlich steigende Erwerbstätigkeit, aber auch die voranschreitende Digitalisierung, verstärken die Nachfrage nach Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland. Häufig ist zu hören oder zu lesen, dass qualifizierte Fachkräfte gesucht werden und Deutschland auf einen Fachkräftemangel zusteuert. Unsere Erfahrung in der Personalwirtschaft bestätigt dies.

Ein aktuelles Beispiel von Fachkräftemangel:
Vakanzzeit zur Besetzung offener Stellen in DeutschlandIn den meisten Engpassberufen im Gesundheits- sowie im Pflegebereich kam es außerdem zu einem deutlichen Anstieg der Vakanzzeit. So sind die gemeldeten Stellen für examinierte Altenpflegefachkräfte und -spezialisten im Bundesdurchschnitt 171 Tage vakant / unbesetzt. Das sind 67 Prozent mehr als die durchschnittliche Vakanzzeit über alle Berufe. So kommen auf 100 gemeldete Stellen rechnerisch lediglich 29 Arbeitslose. In absoluten Zahlen ausgedrückt, kamen damit – ohne Berücksichtigung der Stellen der Zeitarbeit – auf 10.800 Stellen nur 3.100 Arbeitslose.

Die Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit zeigt transparent, in Abgleich der gemeldeten mit besetzten Stellen und Feststellung der Vakanzzeiten, in welchen Berufen aktuell Besetzungsschwierigkeiten auftreten und wie sich die Situation in den Ländern darstellt.

Es zeigt sich nach der Analyse der Bundesagentur für Arbeit ein Fachkräftemangel in allen MINT und einzelnen technischen Berufsfeldern, in Bauberufen sowie in Gesundheits- und Pflegeberufen. Auch im letzten Jahr kamen weitere Bauberufe hinzu, wie in der Ver,- und Entsorgung sowie Softwareentwicklung und Steuerberatung.

Genauere Infomationen und die Gesetzesvorlagen finden Sie auf den Infoseiten Fachkräfteeinwanderungsgesetz und Beschäftigungsduldung.

WIE ENSTEHEN MANGELSITUATIONEN?
Nicht jede offene Stelle signalisiert einen Fachkräftemangel. Allerdings sind Offene Stellen ein Kennzeichen für einen funktionierenden Arbeitsmarkt. Mitarbeiter scheiden zum Beispiel aufgrund von Renteneintritt aus dem Erwerbsleben aus, oder neue Projekte lassen zusätzlichen Bedarf entstehen. Erst wenn die Besetzung nicht oder nur mit erheblicher Verzögerung erfolgen kann, Angebot und Nachfrage also nicht zusammenkommen, tritt ein Engpass ein.

URSACHEN DES MANGELS

Die Ursachen für diese Besetzungsprobleme in Deutschland sind vielfältig. Natürlich stellt der Demografischer Wandel und der daraus entstehende Fachkräftemangel eine der Hauptgründe dar. Allerdings gibt es aber auch weitere Ursachen zum Besetzungsproblem. Da sind die Organisation von Besetzungsverfahren, rechtzeitiges Einleiten sowie Suchwege und technisch standardisierte Auswahlverfahren von Kandidaten. Auch die Unzureichende Kooperationen zwischen Wirtschaft und Schulen und somit das heranführen von Talenten an Mangelberufe, ist jahrelang in Deutschland missachtet worden. Geringe Bekanntheit oder Attraktivität, vielleicht sogar ein negatives Image des Arbeitgebers oder des Berufsfeldes an sich, führt ebenso zu fehlendem Interesse von Arbeitnehmern. Unattraktive Arbeitsbedingungen wie Befristungen, fixe Arbeitszeiten, Schichtarbeit, – fehlende Benefits, Work-Life-Balance, Vereinbarkeit Familie und Beruf. Auch Regionaler und Qualifikations Mismatch – sind weitere Problematiken die zu einem Mangel an passendem Personal in Deutschland führen.

Neben dem demografischer Wandel stellt man derzeit einen nicht zu unterschätzender Trend fest. Und zwar das Abwandern in Großstädte. So entstehen Mangelsituationen auf den umliegenden und ländlichen Regionen. Ein derzeit aktuellste Beispiel sind Ärzte, welche zwar in Großstädten wie Berlin oder Köln ausreichend zur Verfügung stehen, aber die ärztliche Versorgung auf dem umliegenden Regionen teilweise nicht mehr gesichert ist. Niedergelassen Landärzte finden trotz attraktiver Angebote keine Nachfolger, so dass Patienten teilweise 60 km Anfahrt zum nächstgelegenen Arzt in kauf nehmen müssen. Auch Zuwanderer bevorzugen verstärkt das gezielte bewerben in Großstädte, was zumeist mit vorhanden Infrastruktur und besserer Bezahlung erklärt wird.

Derzeit stehen dem deutschen Arbeitsmarkt knapp 47 Millionen Personen zur Verfügung. Dieser würde ohne weitere Zuwanderung und bei unveränderter Erwerbsbeteiligung bis zum Jahr 2060 auf unter 29 Millionen sinken. Kurzum: Aus rein demografischen Gründen wird es bald einen erheblichen Ersatzbedarf geben. Falls Deutschland diese Lücke nicht schließen kann, dürften Betriebe zu entsprechenden Anpassungsmaßnahmen greifen, etwa zu einer verstärkten Automatisierung, Verkauf des Unternehmens oder sogar zu Standortverlagerungen übergehen. (Quelle Tipp:2018 IAB) In der Folge dieser Entwicklung wird der Wettbewerb um gut qualifizierte Facharbeiter und qualifizierte Fachkräfte europaweit deutlich zunehmen.

Die Informationen auf Mangelberufe.de wurden auf Grundlagen des Informationsaustausch in Zusammenarbeit mit dem BMAS und der Bundesagentur für Arbeit – Arbeitsagentur.de erstellt. Es werden dabei nur Sozialversicherungspflichtige gemeldete Stellen berücksichtigt. Hierzu zählen keine Nebenjobs bzw. Minijobs, da diese für die Zuwanderung nicht in Frage kommen.

Neu finden Sie auf unserer Infoseite nun auch die Mangelberufe in Österreich.