Mangelberufe in Deutschland

WAS SIND MANGELBERUFE AUF DER POSITIVLISTE / WHITELIST ?
Auf dieser Liste werden alle Engpassberufe / Mangelberufe für den Fachkräftemangel Deutschland aufgelistet. Diese Liste wird vom BMAS & der Bundesagentur für Arbeit auf Grundlage der erfassten Statistik erstellt. Ziel ist es, die weltweite Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes vorwiegend für MINT Akademiker zu regeln. Akademiker-MINT Fachkräfte erhalten den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt bereits seit August 2012 über die Blue Card EU. Mehr dazu finden Sie auf der Liste – Mangelberufe für Fachkräfte / Akademiker.

Die Bundesregierung in Deutschland beschloss zum 01.07.2013 auch die Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Nicht-EU Arbeitnehmer mit beruflicher Facharbeiter-Qualifikation. Das heißt, dass nun weltweit alle Facharbeiter mit einer abgeschlossenen Ausbildung in einem der Mangelberufe und Akademiker bei entsprechender Qualifikation in Deutschland arbeiten können. Geregelt wird dies bei Facharbeitern über die neue Beschäftigungsverordnung mit der Engpassanalyse und der – Liste der Mangelberufe für Facharbeiter.

Welches Anforderungsniveau für Mangelberufe erforderlich sind, finden Sie unter den Berufsgruppen.

WIE ENSTEHEN MANGELSITUATIONEN?
Nicht jede offene Stelle signalisiert einen Fachkräftemangel. Allerdings sind Offene Stellen ein Kennzeichen für einen funktionierenden Arbeitsmarkt. Mitarbeiter scheiden zum Beispiel aufgrund von Renteneintritt aus dem Erwerbsleben aus, oder neue Projekte lassen zusätzlichen Bedarf entstehen. Erst wenn die Besetzung nicht oder nur mit erheblicher Verzögerung erfolgen kann, Angebot und Nachfrage also nicht zusammenkommen, tritt ein Engpass ein.

URSACHEN DES MANGELS

Die Ursachen für diese Besetzungsprobleme in Deutschland sind vielfältig. Natürlich stellt der Demografischer Wandel und der daraus entestehende Fachkräftemangel eine der Hauptgründe dar. Allerdings gibt es aber auch weitere Ursachen zum Besetzungsproblem. Da sind die Organisation von Besetzungsverfahren, rechtzeitiges Einleiten sowie Suchwege und technisch standardisierte Auswahlverfahren von Kandidaten. Auch die Unzureichende Kooperationen zwischen Wirtschaft und Schulen und somit das heranführen von Talenten an Mangelberufe, ist jahrelang in Deutschland missachtet worden. Geringe Bekanntheit oder Attraktivität, vielleicht sogar ein negatives Image des Arbeitgebers oder des Berufsfeldes an sich, führt ebenso zu fehlendem Interesse von Arbeitnehmern. Unattraktive Arbeitsbedingungen wie Befristungen, fixe Arbeitszeiten, Schichtarbeit, – fehlende Benefits, Work-Life-Balance, Vereinbarkeit Familie und Beruf. Auch Regionaler und Qualifikations Mismatch – sind weitere Problematiken die zu einem Mangel an passendem Personal in Deutschland führen.

Neben dem demografischer Wandel stellt man derzeit einen nicht zu unterschätzender Trend fest. Und zwar das Abwandern in Großstädte. So entstehen Mangelsituationen auf den umliegenden und ländlichen Regionen. Ein derzeit aktuellste Beispiel sind Ärzte, welche zwar in Großstädten wie Berlin oder Köln ausreichend zur Verfügung stehen, aber die ärztliche Versorgung auf dem umliegenden Regionen teilweise nicht mehr gesichert ist. Niedergelassen Landärzte finden trotz attraktiver Angebote keine Nachfolger, so dass Patienten teilweise 60 km Anfahrt zum nächstgelegenen Arzt in kauf nehmen müssen. Auch Zuwanderer bevorzugen verstärkt das gezielte bewerben in Großstädte, was zumeist mit vorhanden Infrastruktur und besserer Bezahlung erklärt wird.

Derzeit stehen dem deutschen Arbeitsmarkt knapp 45 Millionen potenzielle Arbeitskräfte zur Verfügung. Bis 2025 könnten es 6,7 Millionen Personen weniger sein, wenn der Arbeitsbedarf auf dem heutigen Stand bliebe und der Saldo aus Zu- und Abwanderung in Deutschland null wären. Unterstellt man, dass die Erwerbsquoten insbesondere der Frauen und Älteren steigen und es Wanderungsgewinne von 100.000 Personen jährlich gibt, so beläuft sich der Rückgang auf nur 3,5 Millionen. Bis zum Jahr 2050 gäbe es unter diesen Annahmen einen Rückgang von 12 Millionen Personen auf 32,7 Millionen. (Quelle: Fuchs et al., 2011). In der Folge dieser Entwicklung wird der Wettbewerb um gut qualifizierte Facharbeiter und qualifizierte Fachkräfte europaweit deutlich zunehmen.

Die Informationen auf Mangelberufe.de wurden auf Grundlagen des Informationsaustausch in Zusammenarbeit mit dem BMAS und der Bundesagentur für Arbeit – Arbeitsagentur.de erstellt. Es werden dabei nur sozialversicherungspflichtige gemeldete Stellen berücksichtigt. Hierzu zählen keine Nebenjobs bzw. Minijobs, da diese für die Zuwanderung nicht in Frage kommen.